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Reinhold Köhler,
Alte Bergmannslieder (2)
Weimar 1858
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Freut euch sehr, ihr Bergleute alle,
die ihr rechte Christen seid …   8 Str. A S. 26. B Nr. 54.

Handstein, Handstein, ihr Gewerken,
Gottes Güte läßt sich merken …   3 Str. A  S. 24.
 Döring II, 119, wo als Dichter Kasper Hübler genannt wird.*)

Herr, segne unser Kirch und Schul,
das Regiment und den Rathstuhl …   9 Str. A  S. 20.
 Das bekannte Lied von Nicolaus Hermann, dem Joachimsthaler Cantor. Siehe Gödekes Elf Bücher Deutscher Dichtung I, 62.

*) In der 3ten Strophe hat A
 Förderwerk, Kunst, Bauwerk, Schmieden,
 Holzhau, Meiler, Hammerhütten.

S. XI
Ich bin ein Bergmann wolgemut,
allein auf Gott ichs wag …   3 Str. A   S. 40.
 Döring II, 97.  Mit Abweichungen  B  Nr. 178.

Jauchzet, ihr Himmel droben,
und gebt Gott Preis und Ehr …   5 Str.  A  S. 11.
 In der 4ten Strophe wird Ilmenau genannt.

Kommet her und laßt uns schauen
in das edle Bergewerk nei …   7 Str.   B   Nr. 69.
 Bei Döring II, 84. In B folgen die Strophen 1, 2, 4, 3, 5, 6. Einige Abweichungen sind Verderbnisse. Eine 7te Strophe lautet:

Reicher Gott, wir bitten nun,
du wollest allzeit geben
unser Herrschaft Fried und Ruh,
darzu langes Leben,
daß viel reicher Silberglanz
hier im Land zu Sachsen,
der edle Rautenkranz
grünen, blühen mög und wachsen!

Kommet, lasset uns doch schauen
in das edle Bergewerk nein …   6 Str.  B   Nr. 69. Döring II, 84.

Mit Freuden will ich heben an,
einen Bergrein klingen lan …   5 Str. A   S. 12.  B Nr. 53.

Nun seid frölich, ihr Gewerken,
und besingt des höchsten Ehr …   10 Str.  B   Nr. 27.
 Das Lied ist ursprünglich auf Johanngeorgenstadt von
S. XII
Theophilus Drechsler 1681 gedichtet, dessen Text in Engelschalls Beschreibung der Exulanten- und Bergstadt Johann-Georgenstadt, Leipzig 1723, S. 190ff. steht. In B ist das Lied entstellt und theilweis recht ungeschickt, auf Freiberg umgedichtet. Str. 1, 2, 3 u. 5 finden sich als besonderes Lied und mit einigen Abweichungen B Nr. 70.

O Bergwerksschöfer, höchster Gott,
du großer Herre Zebaoth …   5 Str.  B   Nr. 57.
 Bekanntes Lied von dem erzgebirgischen Berbmann M. Wieser, † 1678.

O Frommer Gott ins Himmels Thron,
thu uns dein Güte senden …   11 Str.  B  Nr. 118.

Was vor ein großer Freudenschall
hat unsre Grüste …   4 Str.  B   Nr. 68.
 Gelegenheitslied auf den Geburtstag des Churprinzen Friedrich Augustus.

Wer da will Bergwerk bauen,
der muß sein ganzes Vertrauen …9 Str.  A  S. 33. B. Nr. 55.

Wolauf, ihr Bergleut alle,
singt den allerhöchsten Gott mit Schalle …   5 Str.  A  S. 6.

Wolauf, ihr Bergleut, jung und alt,
erhebet eure Stimmen bald
und preiset Gott den Herren …   5 Str.  A.  S. 10.

Zwischen dem 69sten und 70sten Liede im Bergliederbüchlein steht ohne besondere Nummer, aber mit größern An-
S. XIII
fangsbuchstaben und im Register als Lied aufgezählt folgende Strophe:

Gute Kuxe und Ausbeute, heisa, fisa,
macht fröliche Gewerken und Bergleute,
weil wir sein lustig sein, heisa Compania, fisa, Compania.

Ebenso zwischen Nr. 70 und 71:

Ein Bergmann, der ein Ausbruch macht, heisa fisa,
den Gewerken das Herz vor Freuden lacht,
weil wir fein lustig sein, heisa Combania, fisa Combania.

Die neuern Volksliedersammlungen habe ich sorgfältig durchgegangen und die wenigen Bergmannslieder, die darinn sich finden, in meine Sammlung aufgenommen. Bei dieser Gelegenheit mag ich nicht unterlassen, ausdrücklich zu bemerken, daß von den zehn Bergmannsliedern, welche Mittler in seinen deutschen Volksliedern (Leipz. 1856) gebracht hat (Nr. 1552-1561), sieben aus Dörings Bergreien (Nr. 271 u. 270) genommen sind, was aber Mittler nicht allemal angegeben hat, wie er denn überhaupt bei angabe der Quellen der Lieder ziemlich leichtfertig verfahren ist.

Endlich habe ich aus einem ziemlich seltenen Buche des siebzehnten Jahrhunderts einen sehr langen Bergreien auf
S. XIV
das Eisenerzer Bergwerk aufgenommen, der zwar keinen poetischen Wert hat, aber als Seitenstück zu ähnlichen Lobliedern auf bestimmte Bergwerke bei Mosch und Döring, besonders zu dem vierundvierzig Strophen langen auf das Quecksilber-Bergwerk zu Idria in Karain (Mosch II, 194 – 210) und auch sprachlich interessant ist. Allerdings ist derselbe in neuerer Zeit schon einmal wieder abgedruckt worden, nämlich in Karl Gödeke’s vortrefflichen „Elf Büchern Deutscher Dichtung“ (Leipzig 1849), I, S. 449ff., jedoch schien mir ein nochmaliger Abdruck an dieser Stelle nicht überflüssig, um so weniger, als Gödeke sich nach dem Plane seines Buches begnügen mußte, den theilweis verdorbenen, oft unverständlichen Text einfach abzudrucken, ich aber ihn hie und da verbessert und erläuternde Anmerkungen beigefügt habe.

Was sie in den Anmerkungen zu den Liedern gegebenen Erklärungen technischer ausdrücke der Bergleute anlangt, so brauche ich wol kaum ausdrücklich zu erinnern, daß sie nur das augenblickliche, ungefähre Verständnis erleichtern sollen, weshalb sie den Fachleuten häufig mit Recht sehr ungenügend erscheinen werden. Ich habe für diese Erklärungen außer den allgemeinen lexicalischen Hilfsmitteln folgende specielle benutzt:

S. XV
Außgeklaubte Gräublein Ertz Das ist Zusammen getragene Bergleufftige Wörter und Redens-Arten. Erklähret von Gottfried Junghansen, Freib. (ohne Ort). Anno 1680.
Minerophilus Neues und wohleingerichtetes Mineral- und Bergwerks-Lexicon. Andere und viel vermehrtere Ausgabe. Chemnitz 1743.
Mosch’s obengenanntes Buch II, S. 93-116.
J. G. L. Blumhof Versuch einer Encyklopädie der Eisenhüttenkunde, 4 Bände, Gießen 1816-1821.
Carl von Scheuchenstuel Idioticon der Oesterreichischen Berg- und Hüttensprache. Wien 1856.
Alphabetisches Verzeichnis bergmännischer Ausdrücke, welche beim sächsischen Bergbau in Gebrauch sind. Freiberg (1856).

Ich ergreife hier noch die Gelegenheit, die Freunde der in vieler Beziehung höchst interessanten und gelehrter Forschung würdigen und bedürftigen Bergmannssprache darauf aufmerksam zu machen, daß Franz Pfeiffer neuerdings in seiner Germania I, S. 346ff. ein Spruchgedicht aus dem 14ten Jahrhunderte, das Märe vom Feldbauer
S. XVI
(d. h. Bergmann) herausgegeben hat, welches eine nicht kleine Anzahl bergmännischer Ausdrücke und für manche derselben wahrscheinlich den ältesten Beleg bietet.

Die vorstehenden Blätter waren bereits gedruckt, als mir ein weltliches und geistliches enthaltendes „Liederbuch für Bergleute. Siegen 1856“ noch zukam. Die weltlichen Lieder sind meist moderne, auch aus dem andern Sammlungen bekannte. Einige nur sind alt und volkstümlich, nämlich Nr. 3. S. 62 vergliechen mit Döring I, 61; Nr. 7. S. 58 verg. mit Nr. VIII unsrer Sammlung und Nr. 12 S. 75 vergl. mit Nr. VII, die ich aufgenommen haben würde, wenn ich das Buch früher gekannte hätte.

Weimar am 22. November 1857.
Dr. Reinhold Köhler


Die Lieder
Anfänge der Lieder. (Nr. / Seite)
Ach, kommt doch her alle ihr Bergleut (XXIII. / 84)
Also loben wir den allerhöchsten Gott (XXI. / 77)
Auf, auf, ihr Bergleut ins gemein (XXIV. / 87)
Auf, Häuer und Bergknappen (XVIII. / 63)
Bergleut das seind freie Leut (IVa. / 16)
Bergmann thu aufwachen (XIV. / 42)
Das Bergwerk in der Erd (XXVI. / 92)
Das Bergwerk ist doch lobenswert (XXXIII. / 118)
Das Bergwerk sei gepreiset (XXXV. / 125)
Das walt, mein lieber Herr Jesu Christ (XXa. / 76)
Der Bergleute Weise gefällt mir so (XII. / 38)
Ei, so loben wir den allerhöchsten Gott (XXIa. / 80)
Ein Bergfürst auserkoren (XXXI. / 110)
Ein Berglied will ich heben an (XXX. / 103)
Ein (Der) Bergmann ist ein edle Zier (I. / 1 und 6)
Ein Bergmann träget Sorgen des Morgens frühauf (X / 33)
Ein Schmelzer, Köhler und Bergmann (II. / 8)
Es kam ein Vöglein fliegen (III. / 12)
Freut euch, ihr Bergleut alle (anno 1655 / 133)
Freut euch, ihr Bergwerkssöhne (XVII. / 61)
Frisch auf, Glück auf! o ihr Bergleut all (V. / 18)
Frölich wollen wir Bergleut singen (XX. / 72)
Glück auf! die glückliche Bergstunde (XXVII. / 96)
Glück auf! die Hoffnung grünet noch (VI. / 21)
Glück auf, Glück auf! der Steiger kömmt (XVa. / 49, 54, 56)
Glück auf! ihr Bergleut, jung und alt (VII. / 23)
Gott sei allein die Ehre (IX. / 29)
Ich laße meinen Jesum walten (XXV. / 91)
Ich weiß das höflichste Bergwerk (XXXVI. / 127)
Kommt her, ihr Bergleut alle (XXII. / 81)
Laßet uns dem Herren singen (XXXIV. / 121)
Mit Freuden will ich singen (XXXa. / 107)
Mit Freuden wollen wir singen (XXIX. / 100)
Seid frölich, ihr Gewerken (VIII. / 25)
Victoria, Victoria! wir Bergleut zusammen (XIII. / 41)
Wache auf, wache auf! der Steiger kömmt (XV. / 47)
Was wollen wir aber heben an? (XIX. / 65)
Wer da will ein Bergmann sein, fahren ein (XXVIII. / 98)
Wer da will ein Bergmann sein, muß Courage haben (XI. / 34)
Wie hab ich so ein schlimm Hütchen offen! (XVI. / 57)
Wir Bergleute hauen fein (IV. / 14)
Wir wollen frölich heben an (XXXII. / 115)
 
pdf (Abschrift MVU)