ALAL-oben-25.jpg
Arb-Lied-12b.jpg
 
 
 
Arbeiterliedarchiv
Lancken
Reinh-4-6bx.bmp
im e.V.
Musik von unten
Die liebe Polizei

1. Wo zwei steh’n und flüstern,
da steht die Polizei
Den Himmel sich umdüstern
und riecht Rebellerei,
fängt an zu arretieren,
denn’s könnt zu Aufruhr führen;
und darauf hat sie ja zu seh’n:
Die Welt soll sich auch morgen dreh’n!
Es lebe hoch die Polizei! die liebe, liebe Polizei

2. Fängt einer an zu niesen,
spitzt sie die Ohren schnell
und wittert hinter diesem
den schändlichsten Rebell.
Niest er zum zweiten Male,
so sind es Kampfsignale! –
die Polizei packt ihren Mann
bevor er weiter niesen kann.
Es leb hoch etc.

3. Vor jeder roten Nase,
da bleibt sie sinnend steh’n,
es könnte in der Straße
ein Attentat gescheh’n;
und weiter dient dergleichen
oft als Erkennungszeichen;
- d’rum mit der Nase in Arrest,
dann steh’n des Staates Pfeiler fest.
Es lebe hoch etc.

4. D’rum laßt, ihr guten Christen,
euch nie von Geschrei
der Wühler überlisten,
und ehrt die Polizei;
und tritt sie euch von hinten,
so laßt gefasst euch finden und denkt:
„Ei nun, auch das ist gut,
’s ist doch ein schönes Institut!“
Es lebe hoch etc.
Andere Titel: 
Text: Ludwig Pfau (1821-1894),
Melodie: 1. Guter Mond, du gehst so stille
2. Ich kenn’ ein’n hellen Edelstein
Mel.: Jul. Otto (Vater).
Text: Jul. Otto (Sohn) (1848)
Noten:
1. Der freie Turner, Leipzig 1905
2. Der freie Turner, 1923 [216] [218]
Vorlage:
Kategorie: Vom Kaiserreich zum 1. WK, Polizei,
Zeit: 1900, 1905,
Geschichte / Kommentar: 

Der Text von Ludwig Pfau (1821-1894) hat sicher mit seinen eigenen Erlebnissen in Österreich und Preußen zu tun und ist für lange Phasen des 19. Jahrhunderts passend gewesen. Allerdings auch für so manche Phasen im 20. Jahrhundert, er dürste kaum Freunde im Nationalsozialistischen Staat gehabt haben. Doch auch in Lammels Werken ist dieses Lied nicht zu finden,
Pfau-Beissw-2-200-w5.jpg
vermutlich war es auch in der DDR nicht erwünscht gewesen.

Als Melodienangaben gibt es zwei:
1. Guter Mond, du gehst so stille (Sport 1905)
2. Weise: Ich kenn’ ein’n hellen Edelstein (Sport 1923)



Quellen:
Konrad Beißwanger, Freie Klänge, Nürnberg o.J. (ca. 1900), Nr. 10, S. 17f. ;  (Text: Ludwig Pfau)
Fichte, 1920, Nr. 242, S. 163


Mit Noten aus:
Der freie Turner. 7. Aufl. hrsgg vom Arbeiter-Turnerbund, Leipzig 1905, Nr. 114, S. 84;
Der freie Turner, Leipzig 1923, Nr. 234, S. 316f. (siehe Scans), Nr. 234, S. 216f.
Lieder-Buch des Turn-Vereins „Fichte“. Mitglied des Arbeiter-Turn- und –Sportbundes, Selbstverlag des Vereins, Berlin 1920, 5. Aufl., Nr. 242, S. 163


Ich kenn’ ein hellen Edelstein
In:
1. Liederbuch. Herausgegeben vom Verbande Deutscher Post- u. Telegraphen-Assistenten, Berlin 1898, S. 82f.:
Weise: J. Otto d. Aeltere (Text: J. Otto d. Jüng.) ohne Noten

2. Jos. Pommer, Liederbuch für die Deutschen in Oesterreich, Wien 1884, Nr. 151, S. 203-207
(Mit freundlicher Bewilligung des Verlegers C. Glaser in Leipzig abgedruckt.)


Spätere Aufnahme:
1. Thomas Friz, Erich Schmeckenbecher, Zupfgeigenhansel, Es wollt ein Bauer früh aufstehn. 222 Volkslieder, Dortmund 1986, S. 322; Erkl.: Aus einer „Sammlung von Gedichten für das arbeitende Volk“, Zürich 1886; Melodie Martin Hannemann.


 
 
 
 
A
J
S
B
K
T
C
L
U
D
M
V
E
N
W
F
O
X
G
P
Y
H
Q
Z
I
R
Home  
Aktuelles / Termine
Liederwerkstatt
Publikationen

Volksliedarchiv Lancken

Arbeiterliedarchiv Lancken
Stichworte 
Zeit / Epoche 
Bauernkrieg,
Freiheitskriege,
Vaterland,
Heimat,
Hymne,
Polenlieder,
Deutsch-Französischer Krieg 1870-71,
Sedanfeier,
Handwerksburschen
Deutscher Bund (1815-66)
1848
Norddeutscher Bund (‘66-71)

DAS
Instrumentalmusik
Vagabund Kunde Monarch
Vom Kaiserreich zum 1. WK
1. Mai / 8 Stundentag
Soldatenlied

Weimarer Republik
Frontkämpferlied
Jugendbewegung
Partei / Gruppe
Sport - Radfahrer - Turner
Agitprop
Frauen / Emanzipation
Liedverbote
Bauern - Landagitation
Feiern, Fest usw.

Nationalsozialismus u. 2. WK
BRD
DDR

Personen
Synonyme
Berufe / Geschäfte
Glaube / Einstellung
Liederbuch